Haben Sie eine spirituelle Veranlagung?

In unserer materialistischen Zeit sehnen sich mehr und mehr Menschen nach dem Geistigen. Doch nicht jeder hat einen entsprechenden Zugang zur Spiritualität. Wie sieht das mit Ihnen aus?

Wir alle möchten glücklich sein. Aber was heißt das eigentlich? Was ist Glück? Rund um den Globus zerbrechen sich die Menschen schon seit Jahrhunderten den Kopf, was es damit auf sich hat. Unterschiedliche Kulturen haben sehr verschiedene Definitionen dafür entwickelt. Und genau genommen versteht vermutlich sogar jedes Individuum etwas anderes unter „Glück“.

In unserer westlichen Welt ist die Mehrheit wohl der Meinung, dass man dann von Glück sprechen kann, wenn man gesund, glücklich liiert und finanziell abgesichert ist. Trotzdem gibt es da Leute, auf die all das zutrifft – und die trotzdem nicht glücklich sind. Was läuft das schief? Es liegt möglicherweise daran, dass mit dieser Definition das Glück mehr oder weniger mit der Befriedigung gewisser Bedürfnisse gleichgesetzt wird.

Damit stößt diese Erklärung auch an ihre Grenzen, denn wahre Glückseligkeit kommt von innen. Unsere Lebensumstände verändern sich schließlich andauernd. So steht jeder Mensch immer wieder vor neuen Herausforderungen, die er bewältigen muss. Leider haben wir kaum einen Einfluss auf diese Entwicklungen. Umso wichtiger wäre es, zu einer inneren Einstellung zu gelangen, die uns hilft, mit den Unbilden des Lebens besser zurechtzukommen!

Der Atem des Kosmos

Es ist kein Geheimnis, dass wir trotz des wissenschaftlichen Fortschritts mit unserem logischem Denken nach wie vor an gewisse Grenzen stoßen. Wenn das Wissen, der Verstand und die Vernunft uns nicht weiterbringen, dann sollten wir uns nicht auf unser Bewusstsein beschränken! Ein durchaus überlegenswerter Ansatz wäre doch der, mit dem Unbewussten in Verbindung zu treten. Möglicherweise liegt dort des Rätsels Lösung?

Vielleicht kann unser Unterbewusstsein uns jene Kraft geben, die wir benötigen, um zu innerer Zufriedenheit zu gelangen. Wie wäre es, wenn wir noch einen Schritt weitergingen und nicht bloß mit dem Unbewussten Kontakt aufnähmen? Wer eine harmonische Verbindung mit dem ganzen Universum, mit dem „Göttlichen“ eingeht, findet möglicherweise dort sein Glück. Genau das ist aber auch das zentrale Merkmal der Spiritualität!

Das Wort „Spiritualität“ ist gar nicht so leicht zu verstehen, da es immer schon eine Vielzahl von Definitionen gab. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort „spiritus“ ab und kann einerseits „Atem“ und andererseits „Geist“ heißen. Spiritualität im engeren Sinne müsste demnach bedeuten, dass wir versuchen, den „Atem des Kosmos“ zu verstehen. Das heißt, dass wir unser Leben auf eine „Geistigkeit“ ausrichten, die im krassen Widerspruch zur Materialität steht – und somit zum Materialismus im naturwissenschaftlichen Sinn.

Die Meditation im Buddhismus

Der Buddhismus lehrt uns: Glück hat man nicht – man macht es! Obwohl diese Lehre rund 2500 Jahre alt ist, weist sie eine erstaunliche Übereinstimmung mit der modernen Glücksforschung auf! Auch dort heißt es, dass das wahre Glück niemals von außen, sondern immer nur von innen kommt. Somit ist die Grundvoraussetzung zum Glücklichsein die Fähigkeit, in uns zu gehen und herauszufinden, was wir eigentlich wollen. Nichts anderes machen traditionelle spirituelle Übungen wie Yoga oder Meditation. Diese Techniken sollen uns dabei helfen, in uns hineinzuhören und eine Verbindung zum Universum aufzunehmen.

Nahezu all unsere Tätigkeiten sind zielorientiert. Das heißt, sie erfüllen einen bestimmten Zweck – sie sollen uns irgendwo hinbringen. Nicht so die Meditation: Mit ihr wollen wir nirgendwo hingelangen, sondern einfach nur „da sein“. Natürlich ist das für den modernen westlichen Menschen nicht einfach. Wir haben uns erst einmal daran zu gewöhnen, dass wir nichts erreichen sollen, sondern einfach einmal nichts tun. Wir müssen erst einmal verinnerlichen, dass viele Handlungen einen Selbstzweck haben und entbehrlich sind. Erst dann können wir uns vorstellen, welche Art von innerer Ruhe dem Buddhismus zufolge notwendig ist, um Gelassenheit zu entwickeln.

Die Meditation ist längst nicht mehr bloß ein zentrales Element des Buddhismus. Und Meditationstechniken sind nicht mehr auf asiatische Klöster beschränkt. Sie haben im Laufe des 20. Jahrhunderts auch viele Anhänger in der westlichen Welt gefunden. Auch bei uns haben mehr und mehr Menschen ein gesteigertes Interesse daran, den Weg zu ihrem Inneren zu finden. Sie wollen von buddhistischen Meditationsmeistern lernen, wie sie ihrem Dasein eine neue Bedeutung verleihen können.

Die Spiritualität in anderen Religionen

Im Hinduismus spielt die Spiritualität ebenfalls eine bedeutende Rolle. Dort gibt es sehr unterschiedliche Ausprägungen von Spiritualität. Fast alle sind auf den Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt ausgerichtet. Und nahezu alle haben das Streben nach der Erlösung des einzelnen Menschen zum Ziel.

Weniger bekannt ist vielleicht, dass die Spiritualität auch im Christentum eine große Bedeutung hatte und zum Teil noch hat. Dort ist sie sehr stark durch die Mystik geprägt, deren zentrales Anliegen ebenfalls die Vervollkommnung des Menschen ist. Im Islam wiederum soll mithilfe der Spiritualität in erster Linie eine Verbindung zwischen Gott und den Menschen hergestellt werden.

Doch man kann sehr wohl auch ein spiritueller Mensch sein, wenn man sich keiner bestimmten Religion zugehörig fühlt. In den letzten Jahrzehnten hat die Esoterik mehr und mehr die Rolle der klassischen Religionsgemeinschaften übernommen. Chris Griscom, eine der esoterischen Vordenkerinnen in Nordamerika, sieht sogar eine Zeitenwende kommen. Sie ist überzeugt, dass immer mehr Menschen auf dem Weg der Spiritualität ihr Inneres suchen und sich selbst zu finden hoffen!

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